Biergarten bei Augsburg — was einen guten ausmacht
Schatten, Kies, Selbstbedienung und ein Bier, das nicht drei Kilometer Rohrleitung hinter sich hat. Mehr braucht es nicht — und genau daran scheitern viele.

Es gibt sehr viele Lokale mit Tischen im Freien und sehr wenige echte Biergärten. Der Unterschied ist keine Haarspalterei — er entscheidet darüber, wie so ein Nachmittag verläuft.
Woran man einen echten erkennt
Bäume, keine Schirme. Ein Biergarten ist historisch aus Bäumen entstanden, die über Bierkellern gepflanzt wurden, um sie kühl zu halten. Echter Baumschatten ist kühler, angenehmer und stiller als jede Markise.
Kies oder Erde, kein Terrassenboden. Klingt nach Nostalgie, hat aber einen Grund: Der Boden heizt sich nicht auf. Auf einer Steinterrasse sitzt man im August in einem Backofen.
Ein Selbstbedienungsbereich. Das ist das juristische und praktische Kernmerkmal. Nur dort darf man nach der Bayerischen Biergartenverordnung seine eigene Brotzeit mitbringen — Getränke allerdings nicht.
Kurze Leitungswege. Ein Bier, das durch hundert Meter Schlauch gedrückt wird, schmeckt anders. Gute Biergärten haben den Ausschank dort, wo die Leute sitzen.
Platz zwischen den Tischen. Ein Biergarten, in dem man eng sitzt, ist ein Restaurant mit Kies.
Zwei in Affing
Affing liegt rund zehn Kilometer nordöstlich von Augsburg. Es gibt dort zwei sehr unterschiedliche Möglichkeiten.
Der Biergarten am Gasthof zur Post
Im Ort, hinterm Haus, in der Neuburgerstraße 2. Schattige Bäume, zünftige Brotzeit, Unterbaarer vom Fass.
Der Vorteil: Er gehört zu einem Wirtshaus. Wird das Wetter schlecht, geht man rein und der Abend ist gerettet. Für den Feierabend oder einen Zwischenstopp auf einer Radtour genau richtig.
Der Sommerkeller Affing
Der eigentliche Waldbiergarten — außerhalb, mitten im Wald, rund eine Viertelstunde von Augsburg.
- rund 550 Sitzplätze
- Spielplatz, weshalb er bei Familien so beliebt ist
- E-Bike-Ladestation
- bayerische Klassiker und Brotzeit
- Reservierung ab acht Personen möglich
Sein Name ist kein Marketing: Er stammt von den Kellern, in denen Bier über den Sommer lagerte, weil in Bayern nur im Winter gebraut werden durfte.
Die Wetterfrage, ehrlich beantwortet
Ein Waldbiergarten hat einen Nachteil, den kein Betreiber wegdiskutieren kann: Bei Regen bleibt er zu.
Deshalb gibt es auf der Website des Sommerkellers eine Ampel, die den aktuellen Zustand zeigt. Ein Blick darauf spart eine umsonst gefahrene Strecke.
Und steht sie auf Rot, ist der Gasthof zur Post im Ort geöffnet. Dasselbe Bier, dieselbe Küche, ein Dach darüber. Die beiden Häuser gehören demselben Wirt und fangen sich gegenseitig auf.
Was man bestellen sollte
Eine Brotzeit. Das ist keine Verlegenheitslösung, sondern das für einen Biergarten konstruierte Essen: Sie wird nicht kalt, weil sie nie warm war. Man kann eine Stunde daran sitzen, reden, zwischendurch aufstehen — sie bleibt gleich gut.
Dazu ein Helles oder, im Hochsommer, ein Radler. Wer fährt, nimmt ein alkoholfreies; das ist längst normal und niemand schaut.
Häufige Fragen
Zwei. Den Biergarten am Gasthof zur Post im Ort und den Sommerkeller Affing, einen Waldbiergarten mit rund 550 Sitzplätzen außerhalb.
Wie weit ist das von Augsburg?Rund zehn Kilometer, mit dem Auto etwa eine Viertelstunde.
Ist der Biergarten für Kinder geeignet?Der Sommerkeller hat einen Spielplatz. Damit ist er eines der beliebtesten Familienziele der Gegend.
Woher weiß ich, ob geöffnet ist?Der Sommerkeller zeigt auf seiner Website eine Ampel. Bei Regen bleibt er zu — dann ist der Gasthof zur Post im Ort die Alternative.
Biergarten-Wetter?
Dann raus nach Affing. Ob der Waldbiergarten offen hat, zeigt die Ampel auf sommerkeller-affing.de.
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