Schloss Affing — niedergebrannt, zerstört, abgebrannt, immer wieder aufgebaut
Dreimal weg, dreimal wieder da. Die Geschichte des Affinger Schlosses ist vor allem eine Geschichte des Wiederaufbaus.

Wer in Affing am Schlossplatz steht, sieht ein stattliches Gebäude und denkt an Beständigkeit. Die Geschichte dieses Hauses ist das genaue Gegenteil: eine Abfolge von Katastrophen, unterbrochen von hartnäckigem Wiederaufbau.
1462: der Markgraf brennt es nieder
Am Ort des heutigen Schlosses stand eine ältere Burg. Sie wurde 1462 von Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg niedergebrannt — eine von vielen Aktionen in den Fehden jener Zeit.
Wieder aufgebaut wurde sie von Wolfgang von Waldeck, gestorben 1483.
Der Dreißigjährige Krieg: alles wieder hin
Was danach stand, überlebte den Dreißigjährigen Krieg nicht. Das ist die zweite Zerstörung, und für die Region war sie typisch: Schwaben und Altbayern wurden zwischen 1618 und 1648 schwer verwüstet, ganze Landstriche entvölkert.
Für Jahrzehnte war das Anwesen danach kein Schloss mehr, sondern eine Ruine.
Ab 1694: der Neuanfang
Johann Baptist Freiherr von Leyden, kurfürstlicher Vizekanzler in München, hatte die Hofmark Affing 1682 erworben. Ab 1694 ließ er das Schloss neu errichten.
Das ist der Bau, auf den das heutige Gebäude zurückgeht — ein Wasserschloss, also ein Bau, der von Wassergräben umgeben war.
1816: die Gravenreuths
Graf Maximilian Anton von Leyden verkaufte die Hofmark Affing 1816 an Karl Ernst von Gravenreuth.
Diese Familie besitzt das Schloss bis heute, über mehr als zweihundert Jahre hinweg — was gemessen an der Vorgeschichte des Hauses die mit Abstand ruhigste Phase ist.
1927: es brennt schon wieder
Und dann, im 20. Jahrhundert, das dritte Mal: 1927 brannte das Schloss. Ein Jahr später, 1928, wurde es wieder aufgebaut.
Das ist die Gestalt, die man heute sieht. Wer also vor dem Schloss steht, schaut auf ein Gebäude, das keine hundert Jahre alt ist — an einem Ort, an dem seit einem halben Jahrtausend gebaut, zerstört und wieder gebaut wird.
Besichtigen: geht nicht
Das ist der Punkt, an dem viele Ausflügler enttäuscht werden, deshalb hier deutlich: Das Schloss ist in Privatbesitz und nicht zu besichtigen. Es gibt keine Führungen und keine Öffnungszeiten.
Was geht: der Blick von außen. Das Schloss steht am Schlossplatz mitten im Ort und ist frei zu sehen.
Einmal im Jahr geht doch etwas
Der Schlosshof ist der Ort des Weihnachtsmarkts Affing. An den Adventswochenenden verwandelt er sich in einen Markt mit rund siebzig Ausstellern, untergebracht unter anderem im Handwerkerstadel und im Kulturstadel.
Der Eintritt ist frei, der Markt wird von einem gemeinnützigen Verein organisiert, und über die Jahre kamen aus den Erlösen mehr als 246.000 Euro an Spenden zusammen. 2004 wurde er beim Löwenbräu-Wettbewerb „Oh Du Fröhliche" unter über 190 bayerischen Weihnachtsmärkten auf Platz eins gewählt.
Das ist der einzige Termin im Jahr, an dem man dem Schloss wirklich nahekommt.
Häufige Fragen
Nein. Das Schloss ist bis heute im Privatbesitz der Familie von Gravenreuth und nicht öffentlich zugänglich. Von außen ist es frei zu sehen.
Wie alt ist Schloss Affing?Das heutige Gebäude geht auf einen Neubau ab 1694 zurück. An derselben Stelle standen jedoch schon deutlich frühere Bauten.
Was passierte 1927?Das Schloss brannte. Es wurde 1928 wieder aufgebaut — die Form, in der es heute steht.
Wer besitzt das Schloss?Die Freiherren von Gravenreuth, die die Hofmark Affing 1816 erwarben.
Nach dem Spaziergang einkehren
Das Schloss ist Privatbesitz und nicht zu besichtigen — der Gasthof zur Post schon. Neuburgerstraße 2, ein paar Schritte weiter.
Tisch reservieren Feier anfragen 08207 1733 anrufen