Radtour durchs Wittelsbacher Land — mit Einkehr in Affing
Flach, kurz, ohne Verkehr — und am Ende ein Biergarten im Wald mit Ladestation fürs E-Bike.

Es gibt Radtouren, für die man einen Plan, ein Höhenprofil und einen Ersatzschlauch braucht. Und es gibt die, bei denen man einfach losfährt, weil das Wetter passt.
Die Strecke von Augsburg ins Wittelsbacher Land gehört zur zweiten Sorte.
Warum die Gegend gut zum Radfahren ist
Das Wittelsbacher Land ist der touristische Name für den Landkreis Aichach-Friedberg. Es liegt zwischen Augsburg und der Hallertau, und es hat drei Eigenschaften, die zusammen selten sind:
- Flach bis leicht hügelig. Keine Steigung, die einen zwingt abzusteigen.
- Viele kleine Straßen. Affing allein besteht aus dreizehn Gemeindeteilen — dazwischen liegen ruhige Verbindungsstraßen, auf denen kaum ein Auto fährt.
- Kurze Wege. Von Augsburg sind es rund zehn Kilometer bis Affing. Man ist draußen, bevor man warm ist.
Das macht es zur idealen Halbtagestour: hinfahren, einkehren, zurückfahren. Für Familien ebenso machbar wie für Leute, die nach der Arbeit noch schnell raus wollen.
Was unterwegs auffällt
Es ist keine spektakuläre Landschaft, und wir wollen nichts anderes behaupten. Es sind Felder, Waldstücke, kleine Ortschaften, Kapellen am Wegrand.
Der Reiz liegt genau darin. Man fährt durch Gegend, nicht an Sehenswürdigkeiten vorbei. Nach einer Stunde ist man im Kopf weiter weg, als die Kilometerzahl vermuten lässt.
In Affing selbst steht das Schloss am Schlossplatz — ein ehemaliges Wasserschloss, Privatbesitz, nicht zu besichtigen, aber von außen ein guter Punkt für die Pause.
Das eigentliche Ziel
Für viele ist es der Sommerkeller Affing: ein Waldbiergarten mit rund 550 Sitzplätzen, mitten im Wald. Dazu gehören ein Spielplatz und — für alle mit Motor im Tretlager — eine E-Bike-Ladestation.
Das ist der Grund, warum die Tour für viele mit E-Bike genauso gut funktioniert: Man kann nachladen, während man isst.
Was auf den Tisch kommt: bayerische Klassiker und Brotzeit. Nach einer Stunde auf dem Rad ist ein Brotzeitbrettl mit Obatzda, Radi und kräftigem Brot genau die richtige Größenordnung. Ein Schweinsbraten ist großartig, macht auf dem Rückweg aber langsam.
Der Haken, den man kennen muss
Ein Biergarten im Wald ist wetterabhängig. Bei Regen bleibt der Sommerkeller zu — und nichts ist ärgerlicher, als zwölf Kilometer zu einem geschlossenen Ziel zu fahren.
Deshalb: Vorher auf sommerkeller-affing.de schauen. Dort zeigt eine Ampel, ob geöffnet ist.
Und wenn sie auf Rot steht, gibt es den Plan B, der die Tour rettet: der Gasthof zur Post in der Neuburgerstraße 2, mitten im Ort. Dasselbe Bier, dieselbe Küche, ein Dach darüber. Geöffnet Montag und Mittwoch bis Samstag ab 17:30 Uhr, sonntags ab 11 Uhr.
Für eine Sonntagstour ist das ohnehin die verlässlichere Adresse, weil dort ab elf Uhr offen ist.
Für Gruppen
Wenn ihr zu acht oder mehr unterwegs seid, sagt vorher kurz Bescheid. Im Sommerkeller ist Reservierung ab acht Personen möglich, im Gasthof genügt ein Anruf unter 08207 1733.
Dann steht der Tisch, und ihr müsst nicht in Radhose in der Tür warten.
Häufige Fragen
Rund zehn Kilometer Luftlinie nordöstlich, auf Radwegen je nach Route etwas mehr. Für die meisten eine knappe Stunde.
Gibt es eine Lademöglichkeit fürs E-Bike?Ja, der Sommerkeller Affing hat eine E-Bike-Ladestation.
Ist die Strecke anstrengend?Nein. Das Wittelsbacher Land ist leicht hügelig, aber ohne nennenswerte Steigungen. Auch für Familien machbar.
Was, wenn es unterwegs regnet?Dann ist der Waldbiergarten zu, aber der Gasthof zur Post im Ort hat geöffnet. Neuburgerstraße 2.
Einkehren
Gasthof zur Post in Affing, Neuburgerstraße 2 — bei Regen die sichere Adresse. 08207 1733.
Tisch reservieren Feier anfragen 08207 1733 anrufen