Warum ein Sommerkeller Sommerkeller heißt
Der Name ist kein hübsches Wort für einen Biergarten. Er ist wörtlich gemeint — und der Grund, warum dort Bäume stehen.

Man könnte meinen, "Sommerkeller" sei einfach ein schöner Name für einen Biergarten. Ist es nicht. Er beschreibt exakt, was dort einmal war: ein Keller, in dem Bier den Sommer überstand.
Bier durfte nur im Winter gebraut werden
Das klingt heute absurd, war aber jahrhundertelang bayerisches Recht. Der Grund ist einfach: Ohne Kühlung ließ sich Bier in der warmen Jahreszeit nicht sauber vergären. Es verdarb, und im schlimmsten Fall brannte beim Brauen das halbe Dorf ab.
Also durfte nur zwischen Herbst und Frühjahr gebraut werden. Das im März gebraute Bier — daher Märzen — musste bis in den Herbst reichen.
Und dafür brauchte es Keller
Tiefe Keller, in den Boden gegraben, oft in einen Hang hinein. Dort war es das ganze Jahr kühl. Zusätzlich schlug man im Winter Eisblöcke aus den Weihern und lagerte sie ein — eine Kühlung, die bis in den August hielt.
Damit die Keller kühl blieben, pflanzte man Bäume darüber. Große, breit ausladende Kastanien mit flachen Wurzeln, die kein Gewölbe beschädigen. Sie warfen Schatten auf das Erdreich und hielten die Sonne von der Decke fern.
Diese Bäume sind der eigentliche Ursprung des Biergartens. Sie standen nicht dort, damit die Gäste im Schatten sitzen. Die Gäste kamen erst später — und setzten sich unter Bäume, die für das Bier gepflanzt worden waren.
Vom Lager zum Ausschank
Irgendwann kamen die Brauer auf die naheliegende Idee, das Bier gleich dort auszuschenken, wo es lag. Das führte zu Streit mit den Wirten, und der Streit führte 1812 zu einem Erlass von König Max I. Joseph: ausschenken ja, Speisen verkaufen nein.
Also brachten die Leute ihr Essen mit. Und damit war der bayerische Biergarten erfunden — als Nebenprodukt einer Kühltechnik.
Der Sommerkeller Affing heute
Von der ursprünglichen Funktion ist der Wald geblieben, und der macht bis heute den Unterschied. Der Sommerkeller liegt nicht am Ortsrand mit Blick auf einen Parkplatz, sondern mitten im Wald, rund eine Viertelstunde von Augsburg.
Ein paar Zahlen:
- rund 550 Sitzplätze
- ein Spielplatz, weshalb er bei Familien so beliebt ist
- eine E-Bike-Ladestation — praktisch, wenn man über die Radwege des Wittelsbacher Landes anrollt
- bayerische Klassiker und Brotzeit auf der Karte
- Reservierung ab acht Personen möglich
Er gehört, wie der Gasthof zur Post und die Bock Alm, zu Walter.
Die Sache mit dem Wetter
Ein Biergarten im Wald hat einen Nachteil, den man nicht wegdiskutieren kann: Bei Regen bleibt er zu. Deshalb steht auf der Seite des Sommerkellers eine Ampel, die zeigt, ob gerade geöffnet ist.
Und wenn sie auf Rot steht, gibt es die elegante Lösung: Dann sitzt man eben im Gasthof zur Post im Ort. Dasselbe Bier, dieselbe Küche, nur ein Dach darüber.
Die beiden Häuser fangen sich gegenseitig auf. Im Sommer der Wald, im Winter die Stube.
Häufige Fragen
Sommerkeller 1 in 86444 Affing, mitten im Wald, rund 15 Minuten von Augsburg entfernt.
Wie viele Plätze hat der Sommerkeller?Rund 550 Sitzplätze. Dazu gibt es einen Spielplatz und eine E-Bike-Ladestation.
Warum heißen solche Biergärten Sommerkeller?Weil in Bayern über Jahrhunderte nur im Winter gebraut werden durfte. Das Bier lagerte über den Sommer in tiefen Kellern — und über diesen Kellern wurde ausgeschenkt.
Was ist, wenn es regnet?Dann bleibt der Biergarten zu. Bei schlechtem Wetter verweist der Sommerkeller auf den Gasthof zur Post in Affing.
Zum Sommerkeller
Der Waldbiergarten hat eine eigene Seite mit Öffnungszeiten und Karte — sommerkeller-affing.de. Bei schlechtem Wetter sind alle im Gasthof zur Post willkommen.
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