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Ganz oben

Aus dem alten Saal wurde die Bock Alm

Blog  ·  Haus & Geschichte  ·  14. September 2026

Jedes bayerische Wirtshaus hatte einen Saal. Die meisten stehen heute leer. Dieser nicht.

Die Bock Alm über dem Gasthof zur Post

In fast jedem alten bayerischen Wirtshaus gibt es ihn: den Saal. Ein großer Raum, meistens im oberen Stock, mit einer kleinen Bühne an der Stirnseite und Parkettboden, der schon bessere Jahrzehnte gesehen hat.

Dort fanden früher die Hochzeiten statt, die Faschingsbälle, die Theateraufführungen des Ortsvereins. Und dann, irgendwann in den achtziger oder neunziger Jahren, hörte das auf.

Warum die Säle leer wurden

Es kam mehreres zusammen. Hochzeiten wanderten in Landgasthöfe mit eigenem Festsaal und Hotelzimmern. Vereine wurden kleiner. Die Leute fuhren zum Feiern in die Stadt. Und die Säle waren teuer im Unterhalt — heizen, putzen, instand halten, für ein paar Termine im Jahr.

Also wurden sie zugesperrt. In vielen Wirtshäusern stehen sie bis heute so da: Stühle gestapelt, Vorhang zu, einmal im Jahr wird gelüftet.

Das ist der traurigste Raum, den ein Wirtshaus haben kann.

Was daraus geworden ist

Im Gasthof zur Post ist es anders gelaufen. Der Saal im obersten Stock wurde zur Bock Alm — eröffnet zusammen mit dem Gasthof selbst, nicht als späterer Anbau, sondern von Anfang an als Teil des Ganzen.

Aus dem Saal wurde ein Party- und Eventraum: eigene Theke, Platz zum Tanzen, Musikanlage. Und gleichzeitig blieb er das, was ein Saal immer war — der Ort, an dem der Ort feiert.

Der Trick ist die Doppelnutzung

Genau daran sind die alten Säle gescheitert: Sie konnten nur eines. Die Bock Alm kann zwei Dinge, und deshalb funktioniert sie.

Tagsüber und am Wochenende ist sie der Raum für private Feiern. Runde Geburtstage, Firmenweihnachtsfeiern, Taufen, Hochzeitsfeiern, Generalversammlungen. Bis zu rund 80 Gäste, abgeschlossen, mit der Küche einen Stock tiefer.

Nachts ist sie ein Partyraum. Après-Ski im Winter, Samstagspartys ab 22 Uhr, die letzte Party des Jahres. Dann werden die Tische an die Wand geschoben.

Ein Raum, zwei Leben. Das ist der Unterschied zwischen einem genutzten und einem gestapelten Saal.

Warum oben und nicht unten

Weil es unten weitergehen soll. Im Erdgeschoss läuft der normale Wirtshausbetrieb — Leute, die essen kommen, der Stammtisch, der Feierabend.

Wäre die Bock Alm unten, müsste man sich jedes Mal entscheiden: entweder Wirtshaus oder Feier. So geht beides gleichzeitig, und keiner stört den anderen. Ein Stockwerk Abstand löst ein Problem, an dem viele Häuser scheitern.

Und der Name?

Der Bock ist im Bayerischen ein dankbares Wort. Es gibt das Tier, es gibt das Bier, und es gibt das, was man haben muss, um mitzumachen: Bock.

Welche Bedeutung gemeint ist, hat nie jemand abschließend geklärt. Wahrscheinlich alle drei.

Ein Punkt, den wir hier ehrlich offenlassen: Wann Walter den Gasthof übernommen hat, ist uns nicht sicher bekannt. Sobald wir es haben, steht es an dieser Stelle. Lieber eine Lücke als eine erfundene Jahreszahl.

Häufige Fragen

Wo genau ist die Bock Alm?

Im obersten Stock des Gasthof zur Post, Neuburgerstraße 2 in Affing. Unten die Gaststube, oben der Party- und Eventraum.

Ist die Bock Alm ein eigenes Lokal?

Nein, sie gehört zum Gasthof zur Post und wurde zusammen mit ihm eröffnet. Küche und Theke sind im selben Haus.

Kann man sie mieten?

Ja. Für Geburtstage, Firmenfeiern, Vereinsabende und Hochzeiten — Platz für bis zu rund 80 Gäste. Anfragen unter 08207 1733.

Warum heißt sie Bock Alm?

Der Name spielt mit dem Bock — dem Tier, dem Bier und dem bayerischen „Bock haben". Was davon gemeint ist, darf sich jeder selbst aussuchen.

Die Bock Alm ansehen

Alle Infos, Bilder und die kommenden Termine gibt es auf der Bock-Alm-Seite.

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